PUK - Profil und Konzentration
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PuK und Ehrenamt

Illustration zum Thema

Ehrenamt ist Fundament und Querschnittsthema

Ehrenamt steht als ausdrĂŒckliches Entwicklungsthema in keinem der Ziele des PuK-Prozesses. Von der Prozesslogik sind die Themen Ehrenamt und Freiwilligenengagement als eines der wichtigsten kirchlichen Querschnittsthemen Teil des Fundaments, auf dem kirchliche Arbeit beruht und auf dem das Projekt „Profil und Konzentration“ steht. Das freiwillige Engagement von Menschen fĂŒr Glaube und Religion ist die Basis des kirchlichen Lebens und damit ein Querschnittsthema in allen Bereichen kirchlicher Arbeit. Darum sind alle Arbeitsziele, die sich mit der Weiterentwicklung kirchlicher Arbeit beschĂ€ftigen, immer auch mit dem Ehrenamt verbundene Themen.

Engagement fĂŒr andere

Im Bereich Ehrenamt ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in Bezug auf die Zahlen und die Engagement-QualitĂ€t eine unglaublich starke Organisation. Tausende Frauen und MĂ€nner, Kinder und Jugendliche engagieren sich im kirchlichen Bereich fĂŒr den Auftrag der Kirche und die Menschen in allen Regionen Bayerns. Einen großen Entwicklungsbedarf gibt es aus unserer Sicht in der systematischen Arbeit an den Engagement-Bedingungen fĂŒr die verschiedenen kirchlichen Orte in Bayern. Hier herrscht in vielen Bereichen der Kirche noch das Prinzip Zufall (in kirchlicher Sprache „FĂŒgung“), wĂ€hrend in anderen gesellschaftlichen Bereichen hier schon lange sehr systematisch vorgegangen wird. Dieses organisierte Vorgehen kommt auch den Erwartungen der Menschen entgegen, weil die sich fĂŒr ihre Engagement-Orte bestmögliche Bedingungen erhoffen. Zur Kirche als Organisation passt eine Haltung des Ermöglichens und Ausprobierens. Kirche hat schon immer Menschen dazu eingeladen, sich an vielen Orten fĂŒr andere zu engagieren.

Systematische Ehrenamtsentwicklung

In der Kirche braucht es in Bezug auf das Ehrenamt darum mehr zielgerichtetes Vorgehen. Menschen suchen sich viel gezielter als frĂŒher Orte fĂŒr ihr persönliches Engagement. Ehrenamtliches Engagement ist ein entscheidender Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben und der so notwendigen gesellschaftlichen VerstĂ€ndigung. Darum braucht es hier auch in der Kirche systematisiertere Prozesse.

Ein Mensch auf einem Stand-Up-Paddle

Pilotprojekt im Kirchenkreis MĂŒnchen und Oberbayern

Um hier im evangelischen Bayern weiterzukommen, wurde in den Jahren 2022/2023 im Kirchenkreis MĂŒnchen zusammen mit dem Amt fĂŒr Gemeindedienst das Projekt „Systematische Ehrenamtskoordination“ mit 15 Kirchengemeinden und 12 Coaches durchgefĂŒhrt. In jeder teilnehmenden Kirchengemeinde wurde ein Projektteam gebildet und mit einem Kirchenvorstandsbeschluss der Wille zur Weiterentwicklung des Themas vor Ort bestĂ€tigt. Bei drei Netzwerktreffen aller beteiligten Gemeinden und mindestens vier von den Coaches begleiteten Projekttreffen hat jede Kirchengemeinde bedarfs- und situationsorientiert an den acht Themen der Ehrenamtskoordination gearbeitet: Beginnen, BefĂ€higen, Begleiten, Beraten, Bezahlen, Beteiligen, Bedanken, Beenden. Die Ergebnisse sind in den teilnehmenden Kirchengemeinden sehr unterschiedlich ausgefallen. Es haben sich aber einige grundlegende notwendige Punkte gezeigt, die fĂŒr die Weiterentwicklung der kirchlichen Arbeit in ganz Bayern relevant sind:

  • Wer nicht konsequent um engagierte Freiwillige wirbt, bekommt auch keine.
  • Das VerhĂ€ltnis von hauptberuflicher und ehrenamtlicher kirchlicher Arbeit ist immer wieder zu klĂ€ren. In vielen FĂ€llen fĂŒhlen sich Hauptberufliche durch Ehrenamtliche bedrĂ€ngt oder belastet. Viele Ehrenamtliche fĂŒhlen sich durch Hauptberufliche nicht zureichend unterstĂŒtzt.
  • Freiwillig Engagierte schĂ€tzen verlĂ€ssliche Strukturen und regelmĂ€ĂŸige Kommunikation sehr fĂŒr ihr ehrenamtliches Engagement.
  • Eine wertschĂ€tzende Kultur fĂŒr Ehrenamtliche kommt der Gesamtstruktur und -kultur am jeweiligen kirchlichen Ort zugute.

Mehr Aufmerksamkeit fĂŒr das Ehrenamt

Profilierte kirchliche Arbeit wird es niemals ohne ehrenamtliches Engagement geben. Im Sinne der Profilierung kirchlicher Arbeit muss die ELKB der systematischen Arbeit am Thema Ehrenamt unbedingt mehr Aufmerksamkeit widmen. Das Wissen ist bei den Expert:innen in der ELKB da. Jetzt braucht es viele Personen an vielen Orten, die dieses Wissen auch in ihren Verantwortungs-bereichen umsetzen.

Material zum Weiterarbeiten:

Regionalbischof Christian Kopp